Therapie RBB
Geschrieben von: Jürgen Julius   

Rollstuhlbasketball als Therapie für Menschen mit Querschnittlähmung

Ludwig Guttmann ein Neurochirurg, der in Oberschlesien geboren und aufgrund seiner jüdischen Abstammung nach Großbritannien geflüchtet war, erhielt in den 40er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von der Britischen Regierung den Auftrag ein Hospital für Menschen mit Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat zu gründen. Das Stoke Mandeville Hospital wurde gegründet und somit auch die Wiege des Ballsportes aus dem Rollstuhl. Nur konnte damals keiner die Ausmaße erahnen, die der Behindertensport seit damals genommen hat.

Ludwig Guttmann empfahl, ja er verordnete seinen Patienten Bewegung und Sport. Viele dieser Menschen wünschten sich ein „Team-Game with a Ball“, typisch Britisch halt! Sei`s drum, diese Therapie war nicht nur revolutionär für die damalige Zeit, sondern auch der Startschuss für eine explodierende Sportbewegung. Guttmann brachte den Ball ins Spiel - seine Patienten den Wettkampfgedanken. Doch die Idee zum Basketball aus dem Rollstuhl, wie es heute weltweit gespielt wird, soll, wie so vieles, aus den USA nach Europa geschwappt sein. Wie gut diese Therapie den Patienten in allen Bereichen tat wurde wissenschaftlich aufgezeichnet. Ludwig Guttmann wurde für sein Wirken und Schaffen von der Queen mit dem Ritterschlag und dem damit verbundenen Titel Sir geehrt. Wir Sportler sind ihm heute für seine Idee und die Beharrlichtkeit, mit der er diese verfolgte, dankbar.

Irgendwann schwappte diese Idee dann auch über den Kanal auf das Festland und damit auch nach Deutschland. Zuerst wurden in den Kliniken mit Bereiche für Querschnittgelähmte Menschen diese Sportart angeboten, dann entwickelten sich dazu Spielgemeinschaften, die sich zu Turnieren trafen. Diese Turniere fanden häufiger und regelmäßig statt. Aus den Spielgemeinschaften entwickelten sich Vereine. Aus den Serien der Turniere entwickelten sich Wettkampfserien. Erste Meisterschaften wurden ausgespielt, man munkelt, dass die ersten deutschen Meisterschaften noch unter freiem Himmel stattgefunden haben. Dann erweiterte sich der Kreis der Menschen die mitspielen konnten und durften. Bis heute spielen Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen und auch solche die keine körperlichen Besonderheiten haben Rollstuhlbasketball. Es gibt einen gut und straff organisierten Wettkampfbetrieb mit mehreren Ligen, an deren Spitze die Bundesliga steht. Mittlerweile wird Europaweit um Meisterehren und Cup-Siege gespielt. In Deutschland wird eine Deutsche Meisterschaft für Frauen ausgespielt. Dies ist notwendig das die Damen sonst in den Team`s zusammen mit den Herren spielen.

Weltmeisterschaften werden nach Frauen- und Männernationalteams getrennt alle 4 Jahre durchgeführt. Die Sportart ist seit 1960 fester Bestandteil der Paralympischen Spiele. Europameisterschaften finden seit 1970 statt. Deutschland konnte leider bei den Herren noch nie einen Sieger stellen. Bei den Damen gab es bisher 8 EM-Titel und ist damit mit Abstand die erfolgreichste Nation auf dem Kontinent. Weltweit konnte der Titel 5 mal errungen werden. Bei den Paralympischen Spielen siegten die Damen 2 mal. Der größte Erfolg des Herren-Teams war eine Silbermedaille bei Parlympischen Spielen. Bei den Europameisterschaften konnte ebenfalls einmal die Silbermedaille und 3 mal die Bronzemedaille errungen werden.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 10. Oktober 2009 um 12:41 Uhr
 
 

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